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	<title>Articles Archives - Pierre Jeanneret chandigarh Design und Charlotte Perriand</title>
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		<title>Pierre Jeanneret: Die Transformation und die Einordung seines Werkes</title>
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		<pubDate>Wed, 17 Dec 2025 16:01:09 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Pierre Jeanneret (1896–1967) gehört zu den einflussreichsten, wenngleich oft unterschätzten Persönlichkeiten der...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Pierre Jeanneret (1896–1967) gehört zu den einflussreichsten, wenngleich oft unterschätzten Persönlichkeiten der modernen Architektur und des Möbeldesigns des 20. Jahrhunderts. Als Büropartner und Cousin von Le Corbusier prägte er über drei Jahrzehnte hinweg die Entwicklung der modernen Architektur mit und schuf Möbelentwürfe, die heute zu den Ikonen des Designs des 20. Jahrhunderts zählen. Sein Spätwerk in Chandigarh, die von Grund auf neu geplante Hauptstadt des indischen Bundesstaates Punjab, stellt einen Höhepunkt seines Spätwerks dar und dokumentiert eindrücklich seinen Ansatz, Modernismus mit lokalem Kontext und klimatischen Anforderungen zu verbinden.</p>
<div class="more"></div>
<div class="postnewsleft"><u>Frühe Jahre und Ausbildung</u><br />
Pierre Jeanneret wurde am 22. März 1896 in Genf geboren, in eine Familie, die bereits architektonische Traditionen pflegte. Sein Cousin Charles-Édouard Jeanneret, der sich später Le Corbusier nennen sollte, war dreizehn Jahre älter und sollte einen prägenden Einfluss auf Pierres berufliche Laufbahn ausüben. Pierre absolvierte seine Ausbildung an der École des Beaux-Arts in Genf. Im Januar 1920 verliess Jeanneret die Schweiz und zog nach Paris, wo er von 1921 bis 1922 im Büro der Gebrüder Perret arbeitete. Diese Erfahrung bei Auguste Perret, einem Pionier des Stahlbetonbaus, war prägend für seine spätere Arbeit.</p>
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<div>Le Corbusier und Pierre Jeanneret am Strand von Piquey, 1933                                   Villa Le Lac von Jeanneret und Corbusier – Innenansicht</div>
<div></div>
</p>
<p><u>Die Partnerschaft mit Le Corbusier (1921–1940)</u><br />
1921 begann er mit Le Corbusier eine Partnerschaft, während er noch bei den Gebrüdern Perret arbeitete. 1922 gründeten sie gemeinsam ein Büro. Diese Kollaboration erwies sich als ausserordentlich fruchtbar und führte zur Realisierung einiger der bedeutendsten Bauten der klassischen Moderne. Obwohl Le Corbusier oft als alleiniger Urheber der gemeinsamen Projekte wahrgenommen wurde, war Pierre Jeanneret tatsächlich ein gleichberechtigter Partner, der sowohl konzeptionell als auch praktisch zur Ausarbeitung und Umsetzung der Entwürfe beitrug. Die beiden teilten Forschungsinteressen und gestalterische Prinzipien in einer tiefen und lebenslangen professionellen Beziehung. Gemeinsam entwickelten sie die &#8222;Fünf Punkte einer neuen Architektur&#8220; (Cinq points de l’architecture moderne, 1927), die zu den Grundpfeilern der modernen Bewegung wurden: die Pilotis (Stützpfeiler), die Dachterrasse, der freie Grundriss, das Langfenster und die freie Fassade. In den achtzehn Jahren ihrer Partnerschaft realisierten sie zahlreiche wegweisende Projekte, die zu Ikonen der modernen Architektur wurden. Zu den herausstechenden gemeinsamen Werken der Partnerschaft zählen:<br />
&#8211; Villa Le Lac (1923-1924) – ein Kompakthaus mit raffiniertem Interieur.<br />
&#8211; Maisons La Roche-Jeanneret in Paris (1923-1925) – ein Meisterwerk, das durch seine «Promenade Architecturale» hervorsticht.<br />
&#8211; Ozenfant-Haus in Paris (1922) – ein experimenteller Bautypus, der eine kompakte Wohn- und Atelierstruktur hervorbrachte.<br />
&#8211; Pavillon L&#8217;Esprit Nouveau (1925) – Gegenentwurf zum dominierenden Art Déco, präsentiert an der Exposition Internationale des Arts Décoratifs.<br />
&#8211; Weissenhofsiedlung Stuttgart (1927) – zwei Musterhäuser, die ihre architektonischen Prinzipien exemplarisch demonstrierten.<br />
&#8211; Maison Cook in Boulogne-sur-Seine (1926) – innovatives Stadthaus mit der charakteristischen Pilotis-Konstruktion.<br />
&#8211; Maison Guiette in Antwerpen (1926) – frühes Beispiel ihrer Prinzipien in Belgien<br />
&#8211; Villa Savoye in Poissy (1928-1931) – gilt als das vollendete Manifest der modernen Architektur und als Höhepunkt ihrer puristischen Phase.<br />
&#8211; Villa Baizeau in Tunis (1929) – zeigt die Anpassung modernistischer Prinzipien an das mediterrane Klima.</p>
<p>Weitere wichtige Projekte waren die Cité Frugès in Pessac bei Bordeaux (1924-1927), ein ambitioniertes Sozialwohnungsprojekt mit rund fünfzig Häusern, sowie die Fondation Suisse, ein Studentenwohnheim (1931–1933).Ihre Aktivitäten erstreckten sich auch auf den Städtebau. Sie entwickelten visionäre Projekte wie die &#8222;Ville Contemporaine&#8220; für drei Millionen Einwohner (1922) und den &#8222;Plan Voisin&#8220; für Paris (1925), die kontroverse Diskussionen über die Zukunft der Stadt auslösten. 1927 nahmen sie am Wettbewerb für den Völkerbundpalast in Genf teil, wo ihr Entwurf die meisten Jurystimmen erhielt, aus formalen Gründen jedoch nicht realisiert wurde.</p>
<p>Während Le Corbusier die theoretische Artikulation und öffentliche Präsentation der gemeinsamen Arbeit dominierte, war Pierre Jeanneret integraler Bestandteil des gesamten Entwurfs- und Realisierungsprozesses. Seine Kenntnisse in Konstruktion und Detailplanung waren ebenso entscheidend wie seine gestalterischen Beiträge. Diese Arbeitsteilung war charakteristisch für ihre Zusammenarbeit und erklärt teilweise, warum Jeannerets Beitrag lange Zeit unterschätzt wurde.</p>
<p><img decoding="async" class="alignnone wp-image-11039 size-full" src="https://www.jeanneret-chandigarh.com/wp-content/uploads/2025/12/corbusier-perriand-jeanneret-lc-chaise-longue.webp" alt="perriand-le-corbusier-jeanneret-villa-la-roche" width="960" height="496" srcset="https://www.jeanneret-chandigarh.com/wp-content/uploads/2025/12/corbusier-perriand-jeanneret-lc-chaise-longue.webp 960w, https://www.jeanneret-chandigarh.com/wp-content/uploads/2025/12/corbusier-perriand-jeanneret-lc-chaise-longue-300x155.webp 300w, https://www.jeanneret-chandigarh.com/wp-content/uploads/2025/12/corbusier-perriand-jeanneret-lc-chaise-longue-662x342.webp 662w, https://www.jeanneret-chandigarh.com/wp-content/uploads/2025/12/corbusier-perriand-jeanneret-lc-chaise-longue-768x397.webp 768w, https://www.jeanneret-chandigarh.com/wp-content/uploads/2025/12/corbusier-perriand-jeanneret-lc-chaise-longue-720x372.webp 720w, https://www.jeanneret-chandigarh.com/wp-content/uploads/2025/12/corbusier-perriand-jeanneret-lc-chaise-longue-323x167.webp 323w, https://www.jeanneret-chandigarh.com/wp-content/uploads/2025/12/corbusier-perriand-jeanneret-lc-chaise-longue-168x87.webp 168w, https://www.jeanneret-chandigarh.com/wp-content/uploads/2025/12/corbusier-perriand-jeanneret-lc-chaise-longue-240x124.webp 240w, https://www.jeanneret-chandigarh.com/wp-content/uploads/2025/12/corbusier-perriand-jeanneret-lc-chaise-longue-416x215.webp 416w, https://www.jeanneret-chandigarh.com/wp-content/uploads/2025/12/corbusier-perriand-jeanneret-lc-chaise-longue-445x230.webp 445w, https://www.jeanneret-chandigarh.com/wp-content/uploads/2025/12/corbusier-perriand-jeanneret-lc-chaise-longue-610x315.webp 610w" sizes="(max-width: 480px) 300, (max-width: 768px) 500px, (max-width: 1200px) 662px, 960px" />Charlotte Perriand, Le Corbusier und Jeanneret                                                            Maison La Roche und LC4 Chaiselongue von Jeanneret und Perriand</p>
<p><u>Möbeldesign und die Charlotte Perriand-Kollaboration</u><br />
Ein weiterer wesentlicher Aspekt von Pierre Jeannerets Werk ist sein Beitrag zum Möbeldesign. Ab 1927 arbeitete das Büro mit der Designerin Charlotte Perriand zusammen, was zu einer Reihe ikonischer Möbelentwürfe führte. Zu den bekanntesten gehören der LC1-Sessel (Basculant), der LC2-Sessel (Grand Confort) und der LC4-Liege (Chaise Longue), die aktuell als Gemeinschaftsprojekt zwischen Le Corbusier, Pierre Jeanneret und Charlotte Perriand gedeutet werden.</p>
<p>Diese Möbel repräsentierten eine radikale Abkehr von traditionellen Einrichtungskonzepten. Sie verwendeten moderne Materialien wie verchromten Stahlrohr. Die Möbel wurden nicht als dekorative Objekte verstanden, sondern als &#8222;équipement de l&#8217;habitation&#8220; – als Ausstattung für das moderne Wohnen, die Komfort mit industrieller Ästhetik verbanden.</p>
<p>Die Zusammenarbeit mit Perriand war besonders produktiv und führte zu einer Neudefinition des modernen Möbeldesigns. Während Le Corbusier oft die konzeptionelle Richtung vorgab, waren es Jeanneret und Perriand, die die praktische Ausarbeitung und Verfeinerung der Entwürfe übernahmen. Diese Möbel wurden erstmals 1929 auf dem Salon d&#8217;Automne in Paris präsentiert und lösten Diskussionen aus. Sie markierten einen Wendepunkt im europäischen Möbeldesign und beeinflussten Generationen von Gestaltern.</p>
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<p><u>Die Zeit in Grenoble und BCC (1940–1950)</u><br />
Nach dem Ende der Partnerschaft mit Le Corbusier im Jahr 1940, das teilweise auf persönliche Differenzen und die veränderten Umstände des Zweiten Weltkriegs zurückzuführen war, liess sich Pierre Jeanneret in Grenoble nieder. Bereits 1939 hatte er gemeinsam mit Charlotte Perriand, Jean Prouvé und dem Journalisten, Sportmanager und Unternehmer Georges Blanchon das Bureau Central de Construction (BCC) aufgebaut, ein Unternehmen, das vorgefertigte, kostengünstige und demontierbare Baukonstruktionen entwickelte.</p>
<p>Während des Zweiten Weltkriegs engagierte sich Jeanneret aktiv in der Résistance unter dem Decknamen &#8222;Guidondevélo&#8220; und arbeitete mit seinen Kollegen Georges Blanchon und Jean Prouvé im Widerstand zusammen. Gleichzeitig trieb das BCC bahnbrechende Projekte im vorgefertigten Leichtbau und im Bereich demontierbarer Wohnbauten voran – Projekte, die heute als einer der prägendsten Beiträge zum französischen Nachkriegsdesign gelten. BCC wurde 1952 aufgelöst.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-11042 size-full" src="https://www.jeanneret-chandigarh.com/wp-content/uploads/2025/12/chandigarh-project-india-historic.webp" alt="jeanneret-on-a-bicycle-chandigarh-secretariat-building" width="960" height="496" srcset="https://www.jeanneret-chandigarh.com/wp-content/uploads/2025/12/chandigarh-project-india-historic.webp 960w, https://www.jeanneret-chandigarh.com/wp-content/uploads/2025/12/chandigarh-project-india-historic-300x155.webp 300w, https://www.jeanneret-chandigarh.com/wp-content/uploads/2025/12/chandigarh-project-india-historic-662x342.webp 662w, https://www.jeanneret-chandigarh.com/wp-content/uploads/2025/12/chandigarh-project-india-historic-768x397.webp 768w, https://www.jeanneret-chandigarh.com/wp-content/uploads/2025/12/chandigarh-project-india-historic-720x372.webp 720w, https://www.jeanneret-chandigarh.com/wp-content/uploads/2025/12/chandigarh-project-india-historic-323x167.webp 323w, https://www.jeanneret-chandigarh.com/wp-content/uploads/2025/12/chandigarh-project-india-historic-168x87.webp 168w, https://www.jeanneret-chandigarh.com/wp-content/uploads/2025/12/chandigarh-project-india-historic-240x124.webp 240w, https://www.jeanneret-chandigarh.com/wp-content/uploads/2025/12/chandigarh-project-india-historic-416x215.webp 416w, https://www.jeanneret-chandigarh.com/wp-content/uploads/2025/12/chandigarh-project-india-historic-445x230.webp 445w, https://www.jeanneret-chandigarh.com/wp-content/uploads/2025/12/chandigarh-project-india-historic-610x315.webp 610w" sizes="auto, (max-width: 480px) 300, (max-width: 768px) 500px, (max-width: 1200px) 662px, 960px" />Jeanneret besucht die Baustelle des Sekretariatsgebäudes in Chandigarh                   Palast der Versammlung in Chandigarh</p>
<p><u>Das Chandigarh-Projekt ab 1951</u><br />
Ein weiterer Wandel von Pierre Jeannerets Karriere sollte nach 1950 kommen. Nach der Teilung Indiens im Jahr 1947 verlor der Bundesstaat Punjab seine Hauptstadt Lahore, die nun zu Pakistan gehörte. Die indische Regierung unter Premierminister Jawaharlal Nehru beschloss, mit Chandigarh eine neue Hauptstadt zu errichten, ein Symbol für das moderne, unabhängige Indien. 1950 wurde Le Corbusier beauftragt, diese neue Stadt Chandigarh zu entwerfen. Le Corbusier holte Pierre Jeanneret für das Projekt hinzu; eine Entscheidung, die sich als entscheidend für den Erfolg des ambitionierten Vorhabens erweisen sollte.</p>
<p>Während Le Corbusier hauptsächlich für die Gestaltung der monumentalen Regierungsgebäude im Kapitol-Komplex verantwortlich war und nur gelegentlich nach Chandigarh reiste, übernahm Pierre Jeanneret die alltägliche Leitung des Projekts vor Ort. Von 1951 bis 1965 lebte und arbeitete er in Chandigarh und widmete sich der Umsetzung der Stadtplanung. Seine Bauten gingen mehr auf lokale Bedürfnisse und Gegebenheiten ein, und waren pragmatischer als jene von Le Corbusier. Er war für die Planung zahlreicher öffentlicher Gebäude verantwortlich, darunter Schulen, Krankenhäuser, Verwaltungsgebäude, sowie Wohnkomplexe.</p>
<p>Seine Entwürfe zeichneten sich durch eine intelligente Anpassung modernistischer Prinzipien an das feuchtsubtropische Klima Nordindiens aus. Er entwickelte innovative Lösungen für Sonnenschutz, natürliche Belüftung und Hitzeableitung, die die Gebäude bewohnbarer und funktionaler gestaltete. Er entwickelte verschiedene Haustypen für unterschiedliche Bevölkerungsgruppen und Einkommensschichten, die sowohl erschwinglich als auch architektonisch komplex waren. Diese Entwürfe berücksichtigten indische Lebensgewohnheiten und familiäre Strukturen, integrierten traditionelle Elemente wie Veranden und verbanden diese stets mit modernistischen Prinzipien. Die Gebäude verwendeten lokale Materialien, insbesondere Ziegelstein und Beton, und wurden so konzipiert, dass sie von lokalen Handwerkern ausgeführt werden konnten.</p>
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<p><u>Das Chandigarh-Mobiliar: </u><br />
A) Experimentelle Phase<br />
Parallel zur architektonischen Arbeit entwickelte Pierre Jeanneret ein umfangreiches Mobiliar für die öffentlichen Gebäude Chandigarhs und für spezifische Wohnbauten. Diese Möbel stellen einen eigenständigen Beitrag zum Designkanon des 20. Jahrhunderts dar. Sie unterscheiden sich von seinen vorangehenden Arbeiten, aber auch von anderen Tendenzen der regionalistischen Moderne. Die frühen Objekte, insbesondere die Sitzmöbel bis 1955 (heute als PJ-SI-011 bis PJ-SI-12 katalogisiert), zeigen eine wilde, fast kindliche Experimentierfreude. Stühle wurden aus Bambus, Seilen, Metallgerüsten, Rohrgeflecht oder Ketten konstruiert, waren demontierbar und ignorierten bewusst die ästhetischen Grundprinzipien der Moderne. Es wirkt, als hätte Jeanneret hier ein befreites Experimentierfeld geschaffen, auf dem er Dogmen, Professionalismus und die Stilvorgaben der Moderne über Bord warf.</p>
<p>Ein besonders prägnantes Beispiel ist der Stuhl PJ-SI-07-A, dessen Sitzfläche an Ketten von den Armlehnen hängt. Viele dieser Objekte waren einfach zu produzieren &#8211; Bambus wurde mit wenigen Seilen oder anderen improvisierten Konstruktionen zusammengeflickt. Die Möbel zeigen eine pragmatisch-architektonische Formsprache: Gerüste tragen leichte Sitz- und Rückenflächen. Der Kontrast zwischen Tragendem und Getragenem betont die konstruktive Logik und verleiht den Objekten eine rohe, fast skulpturale Qualität. Doch diese frühen Entwürfe waren oft zu fragil für den Alltag &#8211; sie blieben Prototypen, die Jeannerets ungebändigten Gestaltungswillen dokumentieren.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-11044 size-full" src="https://www.jeanneret-chandigarh.com/wp-content/uploads/2025/12/le-corbusier-cabanon-stool-chandigarh.webp" alt="lc-14-a-stool-and-pj-si-58-a-metal-legged-stool" width="960" height="496" srcset="https://www.jeanneret-chandigarh.com/wp-content/uploads/2025/12/le-corbusier-cabanon-stool-chandigarh.webp 960w, https://www.jeanneret-chandigarh.com/wp-content/uploads/2025/12/le-corbusier-cabanon-stool-chandigarh-300x155.webp 300w, https://www.jeanneret-chandigarh.com/wp-content/uploads/2025/12/le-corbusier-cabanon-stool-chandigarh-662x342.webp 662w, https://www.jeanneret-chandigarh.com/wp-content/uploads/2025/12/le-corbusier-cabanon-stool-chandigarh-768x397.webp 768w, https://www.jeanneret-chandigarh.com/wp-content/uploads/2025/12/le-corbusier-cabanon-stool-chandigarh-720x372.webp 720w, https://www.jeanneret-chandigarh.com/wp-content/uploads/2025/12/le-corbusier-cabanon-stool-chandigarh-323x167.webp 323w, https://www.jeanneret-chandigarh.com/wp-content/uploads/2025/12/le-corbusier-cabanon-stool-chandigarh-168x87.webp 168w, https://www.jeanneret-chandigarh.com/wp-content/uploads/2025/12/le-corbusier-cabanon-stool-chandigarh-240x124.webp 240w, https://www.jeanneret-chandigarh.com/wp-content/uploads/2025/12/le-corbusier-cabanon-stool-chandigarh-416x215.webp 416w, https://www.jeanneret-chandigarh.com/wp-content/uploads/2025/12/le-corbusier-cabanon-stool-chandigarh-445x230.webp 445w, https://www.jeanneret-chandigarh.com/wp-content/uploads/2025/12/le-corbusier-cabanon-stool-chandigarh-610x315.webp 610w" sizes="auto, (max-width: 480px) 300, (max-width: 768px) 500px, (max-width: 1200px) 662px, 960px" />Hocker LC-14 von Le Corbusier                                                                                     Hocker PJ-SI-58-A von Jeanneret</p>
<p>B) Archetypisches Design<br />
Schnell kristallisierte sich eine einheitlichere Formensprache und -logik heraus. Damit ließ sich eine ganze Stadt mit Möbeltypen ausstatten, die lokale Handwerker mit vorhandenen Materialien umsetzen konnten. Teak- oder Sissoo-Balken, zu A-, X-, Z- oder Brückenformen zusammengefügt, bilden die Tragstruktur und die Grammatik der meisten Möbel. Westliche Formklarheit trifft auf die indische Nonchalance und lässt eine befreiende Direktheit ohne übertriebene Gestaltereien entstehen. Hat Pierre Jeanneret im Nicht-Design die höchste Form der Gestaltung erkannt – eine Gestaltung, bei der das Poetische des Alltäglichen den Vorrang vor ambitioniertem Gestaltungszwang hat? Einfache und klare Formen erschaffen eine beinahe banale Einfachheit. Wären nicht die kleinen Präzisierungen: Bestimmte Kanten werden abgerundet, Holzbalken verengen sich zum Rand, Befestigungen werden geschickt versteckt und den Proportionen wird ein besonderes Augenmerk geschenkt.</p>
<p>Indien war für Pierre Jeanneret eine Befreiung. Lebensnähe und deren Schönheit wurden prägender. Dieselbe Tendenz zeigt sich zeitgleich bei Le Corbusier. Archaische und primitive Möbeltypen gelangen in den Fokus. 1952 entwickelte er einen Hocker für sein Le Cabanon, der eine blosse Kiste ist und 1953 für seine Projekte in Ahmedabad einen Hocker, der aus einem Stahlrohr und einer banalen Sitzfläche bestand.<br />
Spielen bei Pierre Jeanneret funktionale und pragmatische Aspekte beim Chandigarh-Projekt immer mit, so sollte man hier nicht von funktionalem Design sprechen. Die eigentliche Absicht besteht darin, mit alltäglichen Mitteln Wesentliches zu erschaffen. Pierre Jeanneret wie auch Le Corbusier wollten Essentielles finden, wobei das Poetische immer auch ein Bestandteil davon ist. Bei Pierre Jeanneret war es mehr pragmatisch und näher beim Menschen, bei Le Corbusier kam eine spiritualistische und visionäre Ebene hinzu.</p>
<p>Pierre Jeanneret kehrte 1965 nach 14 Jahren zurück in die Schweiz und verstarb am 4. Dezember 1967 in Genf.</p>
<p>Fotos © Canadian Centre for Architecture; © FLC/ADAGP; © Sotheby’s; © Galerie Patrick Seguin; © Olivier Martin Gambier.</p>
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		<title>Illegaler Markt für Pierre-Jeanneret-Objekte: Neuauflagen, Hommagen, Fälschungen</title>
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		<pubDate>Thu, 20 Nov 2025 10:13:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Articles]]></category>
		<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Möbel von Pierre Jeanneret aus dem Chandigarh-Projekt sind zu einem der...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Möbel von Pierre Jeanneret aus dem Chandigarh-Projekt sind zu einem der weltweit begehrtesten Design-Sammlerstücke geworden. Dieser Erfolg hat einen massiven illegalen Markt geschaffen, der auf mehreren Ebenen operiert, jede mit eigener Logik und Methoden.<br />
Einige Hersteller ignorieren das Urheberrecht vollständig. Andere nutzen rechtliche Grauzonen und Heuchelei aus. Und dann gibt es die offensichtlichen Fälscher, die Nachahmungen produzieren. Dies sind Aspekte, die man kennen sollte, bevor man entscheidet, welcher Weg für einen passt – besonders, da alle Anbieter behaupten, Originale zu verkaufen.</p>
<div class="more"></div>
<div class="postnewsleft"><u>1. Illegale Neuauflagen?</u><br />
Anbieter wie Srelle (Belgien), Phantom Hands (Irland), Dimo (Irland), Klarel (USA), Objet Embassy (Niederlande) und viele andere überschwemmen den Markt mit Chandigarh-Möbeln und behaupten, das Erbe von Pierre Jeanneret zu ehren. Aber was sie verschweigen: Jeannerets Urheberrechte sind bis 2037 geschützt, und keiner dieser Verkäufer besitzt eine Lizenz. Ihre Rechtfertigung? Die Werkstatt in Chandigarh sei ein kollektives Projekt gewesen, bei dem alles allen gemeinsam gehörte; sie erzählen die Geschichte eines „Open-Source-Design-Ansatzes“. Demokratisch, fast edel klingend. Dabei ist es vollkommen falsch. Die Urheberrechte gehören den tatsächlichen Autoren – Pierre Jeanneret oder Le Corbusier. Nicht automatisch den Projektleitern oder Architekten, die unter ihrer Leitung arbeiteten, z. B. Balkrishna Doshi. Nehmen wir Eillie Chowdhary und den Library Chair: Da es vermutlich ihr Entwurf ist, gehen die Rechte an sie. Wenn sie Entwürfe in seinem Namen und in seinem Atelier ausführt, würden sie ihm zustehen.</p>
<p>Alle diese Anbieter handeln jedoch, als sei diese Frage irrelevant, als könnten sie sie einfach umgehen, indem sie es als kollektives Eigentum definieren. Sie arbeiten ohne Genehmigung, verstecken sich hinter einer romantischen Geschichte: dass diese Stücke in einer urheberrechtsfreien Zone existierten, weil geistiges Eigentum damals keine Rolle spielte, weil keine Urhebervereinbarungen zwischen mit den damaligen Schreinerateliers bestanden, oder weil sie „originale Techniken“ verwenden. Eine bequeme Fiktion. Indisches und westliches Urheberrecht existieren, um die Rechte der Autoren zu schützen und dies zu verhindern. Der Eigentümer von Jeannerets Nachlass schützt die Rechte einfach nicht. Niemand kümmert sich. Und die illegale Verbreitung geht weltweit weiter – von Belgien über Irland und die USA bis in die Niederlande – ungeprüft.</p>
<p><u>2. Cassina nennt Kopien einfach Hommagen</u><br />
Cassina besitzt die Corbusier-Urheberrechte und hat Jahrzehnte damit verbracht, ihre „Originale“ zu bewerben. Sie haben ein Imperium auf Authentizität aufgebaut. Als sie die Rechte an Pierre Jeannerets Chandigarh-Möbeln nicht erhielten und die Situation zu kompliziert wurde, machten sie etwas Auffälliges: Sie kopierten sie trotzdem und nannten es „Hommage“.</p>
<p>Man spricht von Tribut, davon, Jeannerets Erbe zu ehren, vermeidet aber sorgfältig, zu erwähnen, dass die verkauften Objekte von Pierre Jeanneret stammen. Vergleicht man ihre Hommagen mit den Originalen – gleiche Grössen, gleiche Proportionen, gleiche Details. Keine wesentlichen Unterschiede. Dies sind keine Interpretationen, sondern Reproduktionen. Dasselbe Unternehmen, das Anbieter, die Le Corbusiers Urheberrechte verletzen, aggressiv verfolgt, tut nun so, als gelte das Recht nicht, wenn es profitabel ist. Sie haben eine lukrative Schlupflochstrategie gefunden: Wenn man die Rechte nicht bekommt, einfach Aneignung als Respekt umbenennen.</p>
<p><u>3. Betrug: Neue Stühle als Vintage-Originale verkauft</u><br />
Während ein Markt sich auf neue Objekte konzentriert, gibt es einen anderen Markt von Galerien und Vintage-Händlern, die alte, authentische Pierre-Jeanneret-Stücke anbieten. Da diese wertvoll sind, existieren Betrüger, die brandneue Möbel künstlich altern lassen und als Originale der 1950er–1960er Jahre verkaufen – weniger als Urheberrechtsverletzung, sondern als kriminellen Betrug. Der Markt ist dabei durchaus innovativ.</p>
<p>Neue Objekte als Vintage zu verkaufen, ist strafbar und kann in der EU/USA zu Haftstrafen führen. Es gibt subtilere Betrügereien, bei denen beschädigte Teile ersetzt, aber nicht angemessen dokumentiert wurden. Jeder Teil wird als Original-Mid-Century präsentiert, ohne die Erneuerungen zu kennzeichnen. Galerien oder Vintage-Händler tun hier oft so, als wüssten sie es nicht, doch Unwissenheit schützt nicht vor Betrugsvorwürfen. Dies ist nicht nur unethisch – es ist kriminell.</p>
<p><u>4. Vintage-Originale</u><br />
Vintage-Stühle aus der Chandigarh-Periode sind die authentischste Option. Im Gegensatz zu Neuauflagen oder Kopien sind sie genuine historische Objekte mit eigenem Wert. Während Reproduktionen sofort nach dem Kauf an Wert verlieren, behalten Vintage-Stücke ihren Wert oder steigern ihn.</p>
<p>Jedes Vintage-Objekt aus Chandigarh ist einzigartig. Kein Stuhl gleicht dem anderen exakt, diese Individualität verleiht Aura, die Massenware nicht erreichen kann. Neuauflagen wirken oft steril – perfekte Formen, makellose Holzoberflächen. Vintage-Stücke zeigen Patina, Gebrauchsspuren und subtile Verzerrungen, die ihre Geschichte erzählen. Wer technische Perfektion priorisiert, wird mit authentischen Stücken und ihren Unvollkommenheiten nicht zufrieden sein.</p>
<p>Der Preis ist ebenfalls relevant. Ein vintage schwebender Bürostuhl mit Rohrgeflecht kostet zwei- bis dreimal so viel wie eine Neuauflage. Bei Großprojekten wie Hotels erscheint der niedrigere Preis der Reproduktionen praktisch – dabei wird übersehen, dass Vintage-Stücke an Wert gewinnen, Kopien jedoch verlieren.</p>
<p>Selbst der Vintage-Markt birgt Risiken: Man könnte Premiumpreise für eine Fälschung oder ein stark restauriertes Stück mit ersetzten Teilen zahlen. Erfolg erfordert entweder Expertise zur eigenen Authentifizierung oder eine Galerie mit bewährtem Ruf.</p>
<p><u>Wie entscheiden?</u><br />
Die Wahl ist nicht nur ein Vergleich der Optionen. Es gibt tiefere Fragen:</p>
<p><u>Die ethische Frage:</u><br />
Ist der Schutz der Rechte des Autors wichtig? Da Pierre Jeanneret verstorben ist, profitieren die Rechteinhaber, nicht der Schöpfer selbst. Urheberrechte zu ignorieren ist unethisch, der Schaden erscheint jedoch oft gering – oft wird es als „Gentleman-Delikt“ betrachtet, ein bisschen Robin-Hood-Mentalität erleichtert die Rechtfertigung. Jeder Anbieter hat eine moralische Geschichte: Erbe schützen, Chandigarhs Vision respektieren, originale Techniken ehren, talentierte Handwerker unterstützen. Diese Marketingstrategien umgehen geschickt das Urheberrecht. Die Frage bleibt: Ist Urheberrecht immer etwas Gutes, das respektiert werden sollte, oder blockiert es als Monopol die Wertschätzung bescheidener Gestaltung durch Menschen mit kleinerem Budget? Die Antwort hängt stark von der Perspektive ab.</p>
<p><u>Die Qualitätsfrage:</u><br />
Präzision der Form definiert hier keine Qualität. Entscheidend sind Proportionen, Nähe zur ursprünglichen Vision und die Schönheit des Ergebnisses. Holzfarbe, Textur und Balkendicke prägen den Charakter eines Stücks.<br />
Die Patina ist der entscheidende Faktor – sie erweckt die einfachen geometrischen Formen zum Leben und definiert die Einzigartigkeit jedes Stücks. Dies berührt Walter Benjamins Begriff der „Aura“ bei der Frage nach Kunstreproduktionen. Ein authentisches Objekt mit Geschichte lässt uns mehr sehen, mehr projizieren, schafft eine andere Beziehung als eine Neuauflage oder Massenware. Aura und Patina machen Vintage-Stücke reicher – und sind kaum in Reproduktionen zu kopieren.</p>
<p><u>Die Preisfrage:</u><br />
Manche sehen die Stühle als Investition, manche als Sammlerstück, andere achten nur auf Authentizität. Wer auf Budget achtet oder achten muss, findet in einer Neuauflage eine legitime Option – ein Weg, ein gewünschtes Objekt zu besitzen, ohne finanziell überfordert zu sein. Chandigarhobjekte werden so erschwinglich und sind nicht nur das Privileg des reichen Konsumenten. Die meisten Möbel waren als preiswerte Lösung für Chandigarh gedacht, so darf man ruhig kritisch sein, dass die Objekte plötzlich zum Luxusprodukt wurden. Es wäre wohl auch ganz im Sinne Pierre Jeannerets, dass sich jeder solche einen Stuhl leisten kann. Rechtlich korrektes Verhalten darf auch relativiert werden. Dass sich hier primär westliche Unternehmen und nicht die Handwerker bereichern, ist leider schade daran. </p>
<p>Am Ende geht es um Prioritäten. Was ist Ihnen wichtiger: rechtliche Klarheit, Wertsteigerung, ästhetische Seele oder erschwinglicher Besitz? Es gibt keine universell richtige Antwort. Wichtig ist zu verstehen, was man kauft, was man unterstützt und welche Kompromisse man eingeht.
</p></div>
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		<title>Nonkonformes Schweizer Design in Maskat &#124; CH-DSGN</title>
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		<pubDate>Tue, 07 Mar 2023 11:15:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Articles]]></category>
		<category><![CDATA[Non classifié(e)]]></category>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Am 1. Februar 2023 präsentierte P! GALERIE auf Einladung von S. E. Jamal al-Moosawi, Generalsekretär, eine Ausstellung zu Schweizer Design im Nationalmuseum des Sultanats von Oman. Das Museum, direkt gegenüber dem Königspalast in Maskat gelegen, zeigte die Ausstellung in seiner zentralen Ausstellungshalle. Offiziell eröffnet wurde sie von Sayyid Bilarab bin Haitham Al Said, dem Sohn des Sultans. Was folgte, war keine konventionelle Designausstellung, sondern ein konzeptuelles Statement. Keine Szenografie. Kein eventhafter Gestus. Nur Objekte auf dem Boden.</p>
<div class="more"></div>
<div class="postnewsleft">Anstatt die gängigen Narrative von „Schweizer Präzision“, „rationaler Intelligenz“ oder „Funktionalität als Tugend“ zu wiederholen, konzentrierte sich die Ausstellung auf Nonkonformismus, Rohheit und Zweifel im Design. Bedeutende Objekte von Pierre Jeanneret und Le Corbusier aus UNESCO-Welterbestätten sowie Arbeiten von Tom Strala wurden direkt auf dem Museumsboden platziert &#8211; ohne Sockel, ohne Vitrinen. Der Ausstellungsboden selbst wurde zum konzeptuellen Element: ein mit Kreide gezeichneter Grundriss eines virtuellen Gebäudes – nicht mehr und nicht weniger – ephemer und fragil. Eine Methode, entlehnt dem epischen Theater Bertolt Brechts und später aufgegriffen in Lars von Triers Dogville. Keine projizierten Emotionen, Gedanken oder Moral – vielmehr ein Leerraum, der eigene, individuelle Wahrnehmungen ermöglicht. Da die Objekte nicht auf einem Sockel standen, konnten die Besucher sie berühren und direkt erfahren. Stühle wurden nicht als Kunstobjekte isoliert, sondern blieben physische, benutzbare Dinge. Die Ausstellung verweigerte sowohl Objektfetischismus als auch didaktische Autorität. Die Besucher konnten sich frei bewegen, ohne auf die Rolle passiver Betrachter oder Bewunderer reduziert zu werden. Sie waren eingeladen zu hinterfragen, zu reflektieren, Verbindungen herzustellen.</p>
<p>Dieses Format vermied jede dekorative Ablenkung. Es war eine Geste der Reduktion – jedoch nicht im marktfähigen, minimalistischen Sinn. Es bestand auf Präsenz, auf der skulpturalen Wahrheit jedes einzelnen Objekts. Nichts wurde verborgen, nichts geschönt. „Schweizer Design ist nichts Anständiges“, sagte Pedja Hadži-Manović, Kurator der Ausstellung. „Es muss radikal sein. Es muss sich der Kultur des Kompromisses widersetzen.“</p>
<p>In diesem Geist zeigte die Ausstellung eine Werkgruppe, die im Schweizer Kanon meist vernachlässigt wird: experimentelle, unvollkommene Möbel – schlicht, primitiv, beinahe kindlich. Eine lange übersehene Seite des Schweizer Designs wurde hier sichtbar gemacht. Gerade diese Ästhetik des Schlichten und Spielerischen fand Resonanz bei den omanischen Besuchern – in einer Kultur, in der Zurückhaltung und Einfachheit noch Bedeutung tragen. Anstatt Nachhaltigkeit oder Moral zu predigen, eröffnete die Ausstellung einen Raum zur Reflexion: über Wert, Fragilität und unerwartete Gemeinsamkeiten zwischen entfernten Kulturen. Der Grundriss – Kreidelinien, die langsam verblassten – wurde zu einer stillen Metapher für Vergänglichkeit. Was blieb, war Klarheit.</p>
<p>Dies war kein Kompromiss.<br />
Es war eine radikale kuratorische Entscheidung.<br />
Eine nonkonforme Bühne für Objekte, die sich nicht fügen.
</p></div>
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		<title>Glashaus II &#124; Erweitert auf 480 m²</title>
		<link>https://www.jeanneret-chandigarh.com/de/en-glasshouse-2-additional-300m2-showroom</link>
		
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		<pubDate>Thu, 20 Dec 2018 11:19:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Articles]]></category>
		<category><![CDATA[Non classifié(e)]]></category>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wir haben unseren Ausstellungsraum erweitert. Glashaus I und II zusammen bieten 480 m² Fläche in zwei ehemaligen Gewächshäusern. Nichts Geschöntes. Eher eine Lagergalerie als eine Boutique. Die rohe Struktur bleibt sichtbar, im Einklang mit den kompromisslosen Artefakten, die wir ausstellen. Die Glashäuser sind zugleich Lager und Ausstellungsort.</p>
<p>Champagner, Cognac, Gin, japanischer Whisky und Schweizer Schokolade warten auf Ihren Besuch. </p>
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		<title>Glasshouse &#124; Neuer Ausstellungsraum</title>
		<link>https://www.jeanneret-chandigarh.com/de/pierre-jeanneret-stuhl</link>
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		<pubDate>Mon, 05 Oct 2009 10:28:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Articles]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wir haben unsere kleine Galerie in der Altstadt geschlossen und einen neuen...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Wir haben unsere kleine Galerie in der Altstadt geschlossen und einen neuen Raum im Industriegebiet eröffnet. Das Gewächshaus aus dem Jahr 1956 hat Charakter. Die ungeschminkten und rohen Industrieräume passen zu den Objekten, die wir zeigen. Mit 240 m² Fläche können mehr Ausstellungen geplant werden.</p>
<p>Wir freuen uns darauf, Sie hier bald willkommen zu heissen.</p>
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