Nonkonformes Schweizer Design in Maskat | CH-DSGN
Am 1. Februar 2023 präsentierte P! GALERIE auf Einladung von S. E. Jamal al-Moosawi, Generalsekretär, eine Ausstellung zu Schweizer Design im Nationalmuseum des Sultanats von Oman. Das Museum, direkt gegenüber dem Königspalast in Maskat gelegen, zeigte die Ausstellung in seiner zentralen Ausstellungshalle. Offiziell eröffnet wurde sie von Sayyid Bilarab bin Haitham Al Said, dem Sohn des Sultans. Was folgte, war keine konventionelle Designausstellung, sondern ein konzeptuelles Statement. Keine Szenografie. Kein eventhafter Gestus. Nur Objekte auf dem Boden.
Dieses Format vermied jede dekorative Ablenkung. Es war eine Geste der Reduktion – jedoch nicht im marktfähigen, minimalistischen Sinn. Es bestand auf Präsenz, auf der skulpturalen Wahrheit jedes einzelnen Objekts. Nichts wurde verborgen, nichts geschönt. „Schweizer Design ist nichts Anständiges“, sagte Pedja Hadži-Manović, Kurator der Ausstellung. „Es muss radikal sein. Es muss sich der Kultur des Kompromisses widersetzen.“
In diesem Geist zeigte die Ausstellung eine Werkgruppe, die im Schweizer Kanon meist vernachlässigt wird: experimentelle, unvollkommene Möbel – schlicht, primitiv, beinahe kindlich. Eine lange übersehene Seite des Schweizer Designs wurde hier sichtbar gemacht. Gerade diese Ästhetik des Schlichten und Spielerischen fand Resonanz bei den omanischen Besuchern – in einer Kultur, in der Zurückhaltung und Einfachheit noch Bedeutung tragen. Anstatt Nachhaltigkeit oder Moral zu predigen, eröffnete die Ausstellung einen Raum zur Reflexion: über Wert, Fragilität und unerwartete Gemeinsamkeiten zwischen entfernten Kulturen. Der Grundriss – Kreidelinien, die langsam verblassten – wurde zu einer stillen Metapher für Vergänglichkeit. Was blieb, war Klarheit.
Dies war kein Kompromiss.
Es war eine radikale kuratorische Entscheidung.
Eine nonkonforme Bühne für Objekte, die sich nicht fügen.
