Design als Klon der Seele – ein Interview mit dem Galeristen P. Hadži-Manović
Dieses Gespräch zwischen Martha Kern und Pedja Hadži-Manović untersucht den metaphysischen Charakter des Designs von Chandigarh – nicht dessen historischen Kontext oder faktische Ebene. Wir sind gewohnt, unseren Verstand einzusetzen und können so Bedeutung und Wert eines Designstück auf intellibler Ebene fassen. Design ist jedoch mehr, wird auch als unbewusst und emotional wahrgenommen. Erst hier wird Design komplex. Design ist mehr als blosse Dekoration oder Zeitgeistphänomen; es fungiert als Wahrnehmungsphänomen, das als solches dringt es tief in uns und unser sein ein.Was schätzen Sie am Design von Chandigarh?
Ich liebe Le Corbusier und seinen Cousin Pierre Jeanneret, die uns beide grossartige Gebäude hinterlassen haben. Es muss einen Grund geben, warum wir sie zu den wichtigsten Architekten des 20. Jahrhunderts zählen (lacht). Die meisten Architekturtheoretiker schätzen ihr Werk, weil es das Konzept der Moderne und ihre Dogmen vorangetrieben hat. Was ihr Œuvre jedoch so reich macht, sind die existenziellen Fragen, die es aufwirft und die ihren Entwürfen eine spirituelle Dimension verleihen.
